Kategorie: Praxisberichte

Mittwoch, 05. November 2008

Wirtschaftsmediation: Projektmediation in Clustern

Damit die Gemeinsamkeiten, die ein Cluster zum Wettbewerbsvorteil benötigt, in Krisenzeiten nicht verloren gehen, sondern konstruktiv und nachhaltig genutzt wird, ist eine Projektmediation sinnvoll, Zeit- und Kostensparend und erleichtert die Zusammenarbeit.

Dass es Krisen und Konflikte in Kooperationen gibt, ist kein Zeichen von Schwäche oder mangelnder Führung, sondern liegt in der Natur der Sache, u.a. weil

- Aufgaben und Rollen in einem neuen Cluster erst definiert werden müssen,
- Cluster unter “Druck” sind , da sie unter öffentlicher Beobachtung stehen und alle Beteiligten das Projekt positiv beeinflussen wollen.

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Dienstag, 07. Oktober 2008

Wirtschaftsmediation- Konflikte in Unternehmen kosten Millionen

Sie lauern in jedem Unternehmen und kosten die Wirtschaft jährlich mehrere Millionen Euro: Konflikte zwischen Mitarbeitern, mit den Kunden oder Lieferanten schaden den Betrieben enorm. Die Produktivität sinkt, es kann zu Kündigungen und Geschäftsausfällen kommen, und schlimmstenfalls droht der Gang zu Gericht. Laut einer Studie der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) können Konflikte in einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern bis zu 64.300 Euro jährlich kosten.
Gesamter Artikel der Wiener Zeitung.

Weitere Einträge zum Thema Wirtschaftsmediation


Mittwoch, 20. August 2008

Stöckchen gefangen

Oliver Schuh wirft mit Stöckchen um sich, mich hat es getroffen.
Spät meine Antworten, hier sind sie:

Seit wann gibt es das Blog?
2003.

Was war der Auslöser, um das Blog zu starten?

Meine Vergesslichkeit. :-)
Das Erkennen von Möglichkeiten.
Lust und Laune.

Welchen Zweck hat das Blog?
Mich zu erinnern. :-)
“Schnell” und unkompliziert etwas zu schreiben, online zu stellen.
Menschen neugierig zu machen, Interesse zu wecken.

Was hat das Blog bisher „gebracht“?
Kontakte und Kunden.
Seit 2007 sind die Texte der “Maschinistin” umgeschrieben,
daher machte es seither besonders Sinn, sonst würde Google
meine Seiten wohl nie finden oder sucht jmd. nach “Unternehmensmotor”?

Was es aber auch bringt: Diskussionen, leider noch viel zu oft hinter den Kulissen,
aber das ändert sich bestimmt. Bald!:-)


Dienstag, 03. Juni 2008

Gewinne maximieren. Das Märchen wird wahr!

Es war einmal ein Unternehmen, welches ein Team mit 10 Mitarbeitern hatte.

Die Mitarbeiter hatten seit fast 2 Jahren große Probleme untereinander. Damals wechselte die Führungskraft, mit ihr gingen 4 weitere Mitarbeiter. Es kam eine neue Teamleitung, 4 neue Mitarbeiter. Weitere 3 gingen, 3 neue kamen hinzu.

Der Stress untereinander wuchs an. Man hackte aufeinander rum, fing an, sich zu bekriegen. Positionen wurden erkämpft, die Meetings dauerten immer länger, die Intrigen wurden immer schlimmer.
Es wurden Fehler gemacht, Kunden gingen, die Fehlleistung erhöhte sich.

2 weitere Mitarbeiter gingen, 2 neue kamen hinzu.

Die Teamleitung traf auf die Maschinistin und erzählte ihr:
“Meine Mitarbeiter schätzen, dass sie ca. 20 % der Arbeitszeit mit Konflikten, Intrigen, Beschimpfungen und Stress innerhalb des Teams kämpfen, mal ganz abgesehen von Zeiten, in denen sie die gemachten Fehler “ausbügeln"!"

Die sehr simple Rechnung lautet:
10 Mitarbeiter mit einem Jahresgehalt von je 100.000 Euro macht bei 20 % der investierten Zeit:
200.000 Euro. Pro Jahr.
Bei 2 Jahren, die diese Situation nun schon andauerte, sind es 400.000 Euro.
Plus der Einarbeitungszeit und den damit zusammenhängenden Kosten für die neuen Mitarbeiter, kamen wir so auf eine Summe von 500.000 Euro.
Für 2 Jahre Konflikte.
(Die Summe ist sehr vorsichtig geschätzt, die Profis wissen das, aber dies ist doch nur ein Märchen!)

Da sagte die Maschinistin zur Teamleitung:
“Und, wie geht es jetzt weiter?”

“Nun, wir haben beschlossen, dass wir 2 neue Mitarbeiter in unser Boot holen, von 2 anderen werden wir uns trennen!”

“Prima, ihr werdet also das nächste Jahr erneut 200.000 Euro in den Sand setzen, was dann in Summe für 3 Jahre 700.000 Euro ausmacht?”
“Ja, scheint wohl so”, antwortete die Teamleitung.

Da kam die Maschinistin auf eine Idee:
“Stell dir doch mal vor, du könntest innerhalb von 3-5 Tagen und ca. 7. bis 12.000 Euro dieses Märchen endlich zu einem guten Ende führen, wäre das nicht toll? Wäre es nicht großartig, wenn du morgen deinem Geschäftsführer erzählst, wie du nächstes Jahr, den Gewinn der Abteilung um ca. 190.000 Euro steigern wirst? Einfach so, ohne Technik, ohne neue Mitarbeiter. Nur mit einigen Tagen Arbeitszeit und einer geringen Summe Geld!?”

“Ja, das wäre ein wirklicher Traum!”, sagte die Teamleitung .. aber die Realität ist doch sicher eine andere, oder?”

“Ach", sagte die Maschinistin “dieser Traum ist schnell Realität, du musst nur wollen und dann mit mir Kontakt aufnehmen!”

Ende :-)

(Anmerkung: Selbstverständlich sind die Kosten in der Realität höher, die Zahlen dienen nur zur Vereinfachung des Märchens. Außerdem gilt es zu bedenken: Je größer das Unternehmen ist, umso teurer werden die Konflikte, da mehr Abteilungen und Menschen in die Situation involviert werden, bis hin in die Managementetagen. Und dort kommt man mit 100.000 Euro Jahresgehalt nicht sehr weit, also werden Konflikte dort: Noch teurer!)

Weitere Artikel zum Thema Konflikte im Beruf


Sonntag, 03. Februar 2008

2 Schuhe sind ein Paar!

Die Situation:
Unternehmen A und B starten ein Projekt. Begleitet werden sie durch eine Unternehmensberatung, Rechtsanwälte und nach einiger Zeit der Konflikte nun auch noch durch mich, allerdings erst am 2. Verhandlungstag.  9 Unternehmensberater, 5 Rechtsanwälte zzgl. 2 Unternehmen, die durch insgesamt 14 Menschen vertreten wurden, machte in Summe: 28 Männer. Und ich.

Der Unternehmensberater eröffnete den 2. Tag der Verhandlung u.a. mit folgenden Worten:
“[...] Meine Herren, soweit das Fazit unseres gestrigen Tages. Lassen Sie uns heute ein konstruktives Ende finden, Ihre Emotionen haben Sie hoffentlich bei Ihren Frauen gelassen!”

Die 28 Herren lachten. Noch.
Die Stimmung wurde von Minute zu Minute spürbar angespannter, die Luft dünner, die ersten Spitzen wurden verteilt, die nächsten ließen nicht lange auf sich warten und es kam was kommen “musste”: Die Lager teilten sich zunehmend weiter auf.

Es gibt diese Momente, in denen man einfach zur Tat schreitet. Da steht man ein Stückchen neben sich und kann sich selbst nicht mehr schnell genug stoppen. Und so hatte ich das Vergnügen, mich dabei zu beobachten, wie ich aufstand, mein Sakko auszog, über den Stuhl legte und sagte:
“Es ist jetzt 11:26 Uhr. Um 13.00 Uhr sollten Sie alle wieder hier sein.”
Die Männer sahen mich an, bis nach gefühlten 29 Minuten endlich einer fragte “Was sollen wir machen?”, denn nur so konnte ich antworten:
“Fahren Sie heim und holen Ihre Emotionen, wir brauchen die jetzt hier!”

Es lachte keiner, aber ich hatte zumindest die Aufmerksamkeit. Was ich von mir hörte war das wohl leidenschaftlichste und “bekennendste” Plädoyer der letzten Jahre für Emotionen im Berufsleben, auch und sogar am Verhandlungstisch. Die letzten Monate kamen mir vor wie eine extra boshafte Tour durch einige Unternehmen dieses Landes, in denen es immer und immer und immer wieder hieß: Keine Emotionen!

Nur zur Betonung: Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, dass man sich “lieben” muss, wenn man zusammen arbeitet. Im Gegenteil, meine Beobachtung ist, wenn die Menschen ein Stück die persönliche Distanz wahren, dass sie dann sehr viel respektvoller miteinander umgehen. Der Umkehrschluss kommt hier leider zur Geltung, denn kaum ist die persönliche Schiene eine “engere”, tun sich Vorgesetzte ihren Mitarbeitern ggü. schwer, haben Kollegen Angst, ein anderes Teammitglied zu kritisieren.

2 Schuhe sind ein Paar!

Bild
* Bleiben Sie sachlich.
* Konstruktiv bleiben!
* Wir wollen uns nicht heiraten.
* Gefühle gehören nicht ins Büro.
* Immer diese Befindlichkeiten!
* Ich habe Angst um meinen Job.
* Ich muss das Projekt hier gut über die Bühne bekommen, sonst ist der Kunde unzufrieden.

* Wenn diese Verhandlung schief geht, wird das Unternehmen Insolvenz anmelden und ich kann meinen Kredit für das Haus nicht mehr zahlen.
* Meine Frau ist mit dem 2. Kind schwanger, wie soll ich uns ernähren?

Sachlichkeit und Emotionen sind *zunächst* nicht zu trennen, wann akzeptieren wir das? Es ist egal, wo wir uns gerade befinden, im Büro, im Stau, bei der Nachbarin oder im Kindergarten. Wir “wissen”, dass es Situationen gibt, in denen wir darüber nachdenken sollten, was und wie wir es sagen, aber dann gehen sie mit uns durch, die Pferde, die ungeliebten, genannt auch Gefühle.

Emotionen und Sachlichkeit sind sehr wohl zu trennen, zumindest unterschiedlich zu betrachten, wenn wir es endlich schaffen, diese “Pferde” wahrzunehmen und sie zu akzeptieren. Nicht weniger. Zunächst auch nicht mehr.

Schlimmer noch: Je mehr wir versuchen, unsere Emotionen zu unterdrücken, desto präsenter und gegenwärtiger sind sie.
Wir sagen uns “Nein, ich werde hier keine Befindlichkeiten auf den Tisch packen, das gehört nicht in diese Situation, ich bin schließlich Profi.”

Ich behaupte: Wir sind dann Profi, wenn wir anerkennen, dass wir nun mal diese 2 Schuhe tragen: Sachlichkeit und Emotion. Wir sind dann Profi, wenn wir lernen, für uns zu sorgen, in den Situationen, in denen wir vermuten, dass Emotionen schaden.

Profis sind übrigens Menschen!

Und Menschen stehen wir immer gegenüber: Im Büro, im Stau, bei der Nachbarin, im Kindergarten .. und eben auch, wenn wir in den Spiegel sehen!

Hü oder hott?
Wie kommt es, dass wir in Akquisegesprächen uns der Emotionen unseres Gegenübers bedienen und sie (aus-) nutzen, während wir in Krisen- und Konfliktsituationen Gefühle ausschalten wollen?
Die Mutter aller Fragen lautet also: Was machen wir mit den Emotionen in diesen unangenehmen Gesprächen? Mit den eigenen und den der anderen Menschen? Nehmen wir die Füße in die Hand? Kopf in den Sand stecken? Stehen bleiben, aber weg sehen?
Blöd, dass diese Dinger uns aber auch so verfolgen, ganz gleich wo wir uns gerade aufhalten. Akzeptieren Sie das. Ganz gleich, in welcher Rolle wir gerade sind: Gefühle sind da. Punkt!

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Donnerstag, 07. Oktober 2004

Zeit- ein wichtiger Faktor in der Mediation

Immer wieder erlebe ich folgende Situation in Mediationen:
Die Beteiligten wünschen sich zu schnell eine Lösung ihrer Konflikte.


Was auf den ersten Blick erstrebenswert aussieht, ist auf den zweiten ein unnötiger Stein, den die Konfliktbeteiligten sich auf den eigenen Weg legen.

Es braucht einfach Zeit, um nicht nur die eigenen Konflikte anzusprechen, sondern auch die der anderen Beteiligten. Es braucht Zeit, um wirklich mit Empathie auf sein Gegenüber eingehen zu können. Zeit braucht man auch, weil viele kleine Narben in den Jahren entstanden sind. Ein Pflaster ist hier nicht mehr angebracht, sondern man sollte gewillt sein, der “Haut” den Selbstheilungsprozess zu gestatten.

Aber das braucht eben Zeit. Und die wollen sich viele Menschen einfach nicht geben, weil sie sich selbst unter Druck setzen. Ein wenig Gelassenheit ist hier sicher angebracht, damit wachsen kann, was wachsen soll.




Wobei: Alles ist relativ, denn meine Erfahrung ist, dass oft wenige Tage ausreichen, lesen Sie mehr dazu unter Praxisberichte von Wirtschaftsmediationen


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